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Vorwort
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Die hier zusammengetragene
Sammlung überzeugt den Kenner afrikanischer Kunst und überwältigt den
interessierten Laien. Es ist eine reichhaltige und inhaltsreiche Kollektion,
die nirgendwo zu finden sein wird, nicht in Afrika, nicht in Europa
oder Amerika. Diese einzigartige Auswahl, zusammengetragen vom Kurator
Henning Christoph, gibt den „Westafrikanischen Göttern der Sklavenküste“
Raum sich selber auszudrücken. Ein herausragendes Beispiel der Sammlung
ist die Gruppe von prachtvollen „Yoruba“-Kostümen, die im Kult von den
Mitgliedern der Geheimgesellschaft „Egungun“ getragen werden. Die Kostüme
repräsentieren die Ahnen, die während der Zeremonien mit uns sind. Wir
werden auch einen Original „Asen“-Altar des Stammes „Fon“ für ihre Toten
sehen. Von höchster Qualität sind auch die aktivierten „Bocios“. „Bocios“
sind geschnitzte Figuren, behaftet mit einem Zauber, der für das Gute
wie das Böse benutzt werden kann. In ihrer Gesamtheit gibt die Sammlung
einen tiefen und umfassenden Einblick in die Voodoo-Kultur Westafrikas.
Die Kunst der Voodoo-Kultur wird in ihrer gesamten Breite widergespiegelt.
Ich bin überzeugt davon, daß die Besucher der Ausstellung einen nachhaltigen
Eindruck gewinnen werden, was Voodoo wirklich ist. Afrika und dessen
fassettenreiche Vielfalt an Kulturen übte auf mich schon immer eine
starke Faszination aus. Meine Reisen als Fotojournalist und mein Interesse
für die hiesige Kultur führten mich vor allem nach Westafrika, wo Vodun
als Religion und als Lebensart praktiziert werden. Vodun ist kurzgesagt
als Medium zu verstehen, welches den Einzelnen mit der Natur, den Ahnen,
der Gemeinschaft und sich selbst in körperliche und spirituelle Harmonie
bringt. Eine wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang spielen hier Ahnenkult
und vor allen Dingen auch die tiefen Kenntnisse verschiedener Naturheilverfahren.
Für mich persönlich habe ich das Museum aus verschiedener Motivation
heraus eröffnet. Mir ist es wichtig, Vodun als Kulturform in meinen
Bildern vorzustellen, aber auch in seiner Kunst und Alltagskunst zu
sammeln und zu dokumentieren. Mir liegt es sehr am Herzen, mit meiner
Vodun-Sammlung - welche sich über die Jahre zu der größten weltweit
entwickelt hat - den Menschen diese unverstandene Kultur näher zu bringen
und Interesse an Afrika zu wecken. Mir liegt sehr daran, daß das von
Hollywood und Anderen suggerierte Fehlklischee eines wahnsinnigen Vodunangehörigen,
welcher auf ein Püppchen mit Nadeln sticht und dabei irgendwelche Namen
murmelt, aufzuklären. Schaden herbeizuführen ist nämlich nicht Sinn
des Vodun sondern immer das Heilen und die Harmonie. |
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© 2000 Christoph
& Friends / Das Fotoarchiv.
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